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Hilfen für die Projektarbeit

Forschend-entdeckendes Lernen, Projektarbeit und Gegenwartsbezug sind Grundsätze dieses Schülerwettbewerbs. Wir wollen euch hier kurz aufzeigen, was damit gemeint ist. Denn ihr sollt euch ja nicht vergeblich anstrengen.

Was heißt forschend-entdeckendes Lernen?

Dass ihr nicht bloß zusammenfasst, was andere herausgefunden haben, sondern selbst auf Entdeckung geht, Quellen aufspürt, Interviews macht, deren Aussagen kritisch prüft und abwägt, um dann daraus eure Sicht der Geschichte darzustellen.

Was heißt Projektarbeit?

Dass ihr

  • (im Rahmen unserer Projektvorschläge) eine selbstgestellte konkrete Aufgabe löst, indem ihr eine eigene Fragestellung und daraus ein Ziel für Euer Vorgehen entwickelt,
  • die einzelnen Schritte des Projektes plant und sie dann auch so ausführt,
  • über die erreichten Ergebnisse nachdenkt und Folgerungen daraus zieht,
  • schließlich eure Arbeit darstellt.

Was heißt Gegenwartsbezug?

Dass ihr

  • gegenwärtige Erfahrungen als Ausgangspunkt für geschichtliche Erkundungen nutzt,
  • abwägt, ob die Geschichte die Probleme der Gegenwart eher belastet oder ob sie als nutzbarer Erfahrungsschatz ausgewertet werden kann.

Ein Projekt ist nicht an eine Projektwoche gebunden. Es ist eine Arbeitsform, bei der ihr so weit wie möglich eure Ziele selbst absteckt und den Fortgang eurer Arbeit bestimmt.

Die in dieser Ausschreibung aufgeführten Projekte enthalten zum Teil Hinweise, wie man das selbständige Vorgehen organisiert, aber auch Aufgabenstellungen, die man aufgreifen kann, um in das Thema hineinzukommen und es dann selbständig auszubauen und fortzusetzen ("projektorientiertes Arbeiten").

Solltet ihr Schwierigkeiten haben, eigene Ansätze zu finden, so könnt ihr auch bei den Arbeitsaufträgen verbleiben, die in dieser Ausschreibung angeregt werden.

Zur Projektarbeit gehören Erörterungen, Dokumentationen, Berichte, Fotografien, Videos, künstlerische und handwerkliche Darstellungen.

Diese Arbeitsformen kann und sollte man miteinander kombinieren, so dass z.B. jemand, der künstlerisch oder handwerklich arbeitet, seine Absichten erklärt und seine Entscheidungen zur Vorgehensweise begründet.

Wie ihr euch mit eurer Aufgabe vertraut machen könnt

Zunächst müsst ihr eine ungefähre Vorstellung von der Sache haben, über die ihr arbeiten wollt. Dann braucht ihr Material, um fragen und forschen zu können. In dieser Ausschreibung findet ihr Hinweise auf Materialien, die euch dabei helfen können. ihr könnt aber auch die neuen Medien wie CD-ROM, DVD oder Internet als Informationsquellen nutzen; so geben euch beispielsweise Suchmaschinen zu bestimmten Stichwörtern Hinweise auf Quellen im Internet.

Aber nicht zu allen Fragen könnt ihr aus den Quellen eine Antwort erwarten. Da beginnt dann eure besondere Aufgabe, darin liegt eure große Chance: etwas herauszufinden, worüber andere noch nicht geschrieben haben. Aber: Denkt bereits bei der Suche nach Vorinformationen daran, wie eure Fragestellung aussehen soll, damit ihr nicht in einer Flut von Informationen erstickt! Haltet die gesammelten Informationen in Stichworten fest, und macht euch einen Arbeits- und Zeitplan!

Wie ihr Quellenmaterial findet und es auswertet

Sobald ihr eine genaue Vorstellung von eurem Thema und den Fragestellungen habt, kann die Suche nach dem Quellenmaterial beginnen. Quellen können sein: alle möglichen schriftlichen Darstellungen, also Bücher, Broschüren, Aufsätze, Briefe, Tagebücher, Zeitungen, Flugblätter, Ausweise u.a.; Quellen sind aber auch Bilder und Tondokumente, nämlich Fotos, Skizzen, Zeichnungen, Schallplatten usw. Außerdem können Sachen Quellen darstellen, wie Kleidungsstücke, Hausrat, Spielzeug, Gebäude, Inschriften, Straßennamen, Gräber. Quellen sind alle Dinge, die Spuren vergangenen Lebens tragen. Um zu verstehen, was eine Quelle uns heute vermitteln kann, müsst ihr versuchen festzustellen, wann und unter welchen Umständen sie entstanden ist, z.B. unter welchen persönlichen Bedingungen jemand einen Brief geschrieben hat.

Auch historische Darstellungen können für eure Arbeit wichtige Informationen enthalten. Wenn ihr sie verwendet, solltet ihr beachten, dass sie immer durch die Perspektive ihrer Verfasser gekennzeichnet sind. Deshalb dürft ihr ihre Informationen, Erklärungen und Urteile nicht einfach übernehmen; vielmehr solltet ihr versuchen, die Voraussetzungen zu erkennen, die in die Darstellung eingegangen sind.

Folgende Fragen können euch dabei helfen:

  • Wie lautet die Fragestellung des Verfassers?
  • Welche Haltung nimmt er zu seinem Gegenstand ein?
  • Welche Ziele verfolgt der Verfasser mit seiner Untersuchung?
  • Enthält die Darstellung Hinweise auf den politischen Standort des Verfassers?

Wie ihr bei einer Befragung vorgehen solltet

Vieles, was ihr über vergangenes Geschehen wissen wollt, erfahrt und findet ihr erst, wenn ihr Zeitzeugen befragt. Für ein Gespräch braucht ihr Zeit und Ruhe. Daher solltet ihr mit euren Interviewpartnern einen Gesprächstermin vereinbaren. Einige Fragen müsst ihr euch vorher überlegen und aufschreiben, andere werden euch erst während des Gesprächs einfallen.

Deshalb ist genaues Zuhören mindestens so wichtig wie gutes Fragen. eure Gesprächspartner müssen sich meist erst in eure Fragen hineindenken, oft erinnern sie sich auch an Dinge, die euch nicht interessieren und schweifen ab. Manchmal ist gerade dies besonders interessant, weil ihr Dinge erfahrt, die ihr nicht erwartet habt.

Zeichnet Euer Gespräch auf, damit ihr euch später besser erinnern könnt. Am besten geht dies mit einem Kassettenrecorder (hierfür müsst ihr aber das Einverständnis eures Gesprächspartners einholen). Eure Gesprächspartner haben ein Recht darauf, anonym zu bleiben. Es reicht deshalb, wenn ihr ein paar allgemeine Lebensdaten notiert, die für die Auswertung der Gespräche von Bedeutung sind. Haltet euch mit Bewertungen und vorschnellen Urteilen zurück, versucht stattdessen, genau hinzuhören und nachzuvollziehen, was sie erlebt haben. Aufschlussreich kann auch sein, wie sie sich verhalten. Manchmal werdet ihr eure Gesprächspartner mehr als einmal aufsuchen müssen, weil ihr erst nach Ende des Gesprächs auf wichtige Dinge aufmerksam geworden seid.

Wie ihr mit Interviews umgehen solltet

Menschen, die das Geschehen, um das es euch geht, erlebt oder beobachtet haben, haben ihren eigenen Blick auf dieses Geschehen, haben ihre eigene Art, sich daran zu erinnern. Dabei gewesen zu sein, muss nicht heißen, dass man alles vollständig und richtig wahrgenommen hat. Selbst wenn die Befragten gründlich nachdenken und ehrlich sind, wird ihr Gedächtnis immer irgendwelche Lücken aufweisen. In der Erinnerung vermischen sich Erlebnisse von damals mit später gewonnenen Eindrücken und Bewertungen. Es ist nicht immer leicht, beides auseinander zu halten.

Wie aus eurer Materialsammlung eine Darstellung wird

Eine gute Materialsammlung ist die Voraussetzung für den Erfolg einer Arbeit. Aber sie allein reicht nicht aus. Erst wenn ihr zeigt, dass ihr selbständig mit eurem Material umgehen könnt, Zusammenhänge und Ursachen erkennt, eure Ergebnisse und Erkenntnisse in eigene Worte fasst, ist eure Arbeit gelungen. Nehmt euch gerade für eure Niederschrift genug Zeit, überlegt, wie ihr sie aufbaut! Gestaltet sie so, dass sie zum Lesen reizt! Gebt eurer Arbeit einen zugkräftigen Titel! Stellt sicher, dass sie gut lesbar ist! Verwendet nur Kopien, nicht die Originale! Denkt auch an Illustrationen, Fotos usw. Vermerkt, auf welchen Quellen eure Darstellungen beruhen!

Wörtliche Zitate müssen mit Anführungsstrichen gekennzeichnet sein. Quellenmaterial und verwendete Literatur müssen am Ende eurer Arbeit aufgelistet sein.

Wenn ihr Fragen habt, werden euch eure Lehrer/innen sicher gern weiterhelfen.

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