Jahrgangsstufen 3 – 8 (Zielaltersgruppe 8 – 15 Jahre)
Czernowitz/Chernivci – das ist nicht nur eine Stadt von 240.000 Einwohnern in einem faszinierenden entlegenen Winkel Europas, sondern ein Mythos. Die Stadt liegt im Südwesten der Ukraine in der Region Bukowina/Buchenland und soll Austragungsort unserer „Spiel-Olympiade“ sein.
Seit Jahrhunderten gibt es ein reiches Geflecht von Beziehungen zwischen der Bukowina und Deutschland, insbesondere im Bereich der Sprache und Kultur. Deutsche Siedler kamen seit dem 18. Jahrhundert in die Bukowina – auch auf Einladung der österreichischen Kaiserin Maria Theresia. Die Beziehungen zum deutschen Sprachraum setzten sich bis in unsere Zeit fort. Ein gutes Beispiel dafür ist die berühmte jüdische Schriftstellerin Rose Ausländer (1901–1988), die ihre Gedichte in deutscher Sprache verfasste. In Czernowitz geboren und aufgewachsen, erlebte sie die Verfolgung der Juden in der Bukowina und wurde in einem Ghetto festgehalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sie ins Ausland flüchten. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie in Düsseldorf. Das Grab findet ihr auf dem jüdischen Friedhof in Düsseldorf. Czernowitz ist die traditionelle Hauptstadt der Bukowina. Sie hatte fünf verschiedene Namen. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass diese Region häufig andere Herrscher erlebte. Osmanische Sultane, polnische Fürsten, russische Zaren, ungarische Könige und österreichische Kaiser zählten die Bukowina zu ihren Herrschaftsbereichen. Menschen unterschiedlicher Nationalität, Kultur, Sprache und Religion lebten hier zusammen in gegenseitiger Achtung und Toleranz. In der sogenannten „Goldenen Ära“, als die Bukowina österreichisches Kronland war, entstand eine blühende, multi-ethnische, vielfach jüdisch geprägte Kulturlandschaft mit einer großen Sprachenvielfalt. In Czernowitz erschienen zum Beispiel Zeitungen in sechs Sprachen (ukrainisch, rumänisch, deutsch, polnisch, jiddisch und hebräisch) und in drei verschiedenen Schriften: lateinisch, kyrillisch, hebräisch. Jede der sechs größten ethnischen Gruppen verfügte über ein eigenes Theater. Die jüdische Gemeinde hatte allein mehr als 100 religiöse und kulturelle Vereinigungen. Der Zweite Weltkrieg bewirkte eine völlige Veränderung der Situation. Die Deportationen ganzer Bevölkerungsgruppen, vor allem aber die furchtbare Verschleppung und entsetzliche Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten zerstörten diesen wundersamen „europäischen Mikrokosmos“.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bukowina geteilt. Die Südhälfte gehört seitdem zu Rumänien und die Nordhälfte zur Ukraine, seit diese 1991 ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion erreichte.
Das Wort Ukraine stammt aus dem Slawischen und bedeutet Grenzland. Die Ukraine ist nach Russland das flächenmäßig zweitgrößte Land in Europa (603.700 km² im Vergleich zu Deutschland mit 357.022 km²) und hat rund 46 Millionen Einwohner. Davon sind etwa 78 % Ukrainer, 17 % Russen und 5 % anderer Nationalität, die durch eine liberale Politik ihre Kultur und Sprache bewahren können. Zu ihnen zählen Rumänen, Bulgaren, Ungarn, Polen und Deutsche, um nur einige der zahlreichen ethnischen Minderheiten zu nennen.
Der größte Teil der Ukraine gehört zum osteuropäischen Tiefland. Eine Ausnahme bilden die wilden zerklüfteten Karpaten mit Gipfeln von mehr als 2.000 m Höhe, in denen sich nahe der Gemeinde Rachiv der geografische Mittelpunkt Europas verbirgt, erforscht und markiert gleich durch drei Monumente. Hier befinden sich auch die letzten echten Urwälder Europas, die 2007 von der Unesco zum „Weltnaturerbe“ erklärt wurden.
Die Ukraine, dieses weit entfernte, vielseitig interessante Land mit seiner reichen multi-ethnischen Kultur, gilt es zu entdecken.
Jahrgangsstufen 3–5
Eure Aufgabe besteht aus zwei Teilen. Zunächst erstellt ihr eine Liste mit traditionellen Spielen, die ihr kennt und gerne selbst spielt. Bitte beschränkt euch auf „Spiele ohne Strom“, die von einer Gruppe gemeinsam gespielt werden – im Freien oder im Raum. Dabei fallen mir zum Beispiel ein: Sackhüpfen, Topfschlagen, Blinde Kuh, Stille Post, Schnitzeljagd und natürlich Brett- und Würfelspiele. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten: Bewegungs- und Geschicklichkeitsspiele, Scherz- und Ratespiele, Knobel- und Denkspiele, Schreib- und Zeichenspiele, Pantomimen, Scharaden und Tanzspiele. Das Angebot ist schier unerschöpflich und Spielen fördert bekanntermaßen Konzentration, Kommunikation, Kreativität und Geschicklichkeit. Sucht nun euer gemeinsames Lieblingsspiel aus und beschreibt es ganz genau.
Eure zweite Aufgabe besteht darin, ein eigenes geografisches Spiel zu erfinden, das die Ukraine zum Thema hat. Die Karte des Landes, die ihr mit der Anforderungskarte der Wettbewerbsbroschüre oder im Internet bestellen könnt, soll dabei euer Spielfeld sein. Dazu gehören natürlich eine pfiffige Spielidee, eine klare, verständliche Spielregel, passende Spielfiguren und ein origineller Name.
Bitte beachtet bei der Bearbeitung eures Projekts die Vorgaben, die ihr auf einem Informationsblatt zusammen mit der Karte von der Ukraine erhaltet.
Jahrgangsstufen 6–8
Eure erste Aufgabe ist es ebenfalls, eine Liste mit „Spielen ohne Strom“ zu erstellen, die ihr gerne spielt (siehe Klasse 3–5). Sucht drei oder mehr Spiele aus unterschiedlichen Spieltypen aus und beschreibt sie genau.
Außerdem findet heraus, welche Spielwettbewerbe es in eurer Gemeinde oder im Land schon gibt.
Die zweite Aufgabe besteht auch für euch darin, ein eigenes geografisches Spiel zum Thema Ukraine zu entwickeln (siehe Klasse 3–5). Zusätzlich sollt ihr einen Werbeprospekt für euer Spiel erstellen, den ihr zusammen mit einem Brief an das Komitee der „Europäischen Spiel-Olympiade“ in Czernowitz schickt.
Bitte beachtet bei eurer Projektarbeit die Vorgaben, die ihr auf einem Informationsblatt zusammen mit der Karte von der Ukraine erhaltet.
Das Projekt entspricht den Richtlinien und Lehrplänen für den Deutsch- und Sachunterricht in der Grundschule sowie in allen anderen Schulformen den Richtlinien für den Unterricht in Deutsch, Geschichte, Gesellschaftslehre, Erdkunde und Kunst. Es eröffnet vielfältige kreative Möglichkeiten für kooperative Lernformen und für einen fächerübergreifenden Unterricht
Sachunterricht, Deutsch, Erdkunde, Geschichte, Politik, Kunst, Textiles Gestalten (auch fächerübergreifend)
Einzelarbeiten, Gruppenarbeiten, Partnerarbeiten