Jahrgangsstufen 8 – 13 (Zielaltersgruppe 13 – 25 Jahre)
Felix lebt in einer Stadt in Nordrhein-Westfalen. Er ist siebzehn Jahre alt, geht auf eine höhere Schule und muss die elfte Klasse wiederholen.
Felix ist Mitglied einer Rockgruppe und hat seine ersten Liedtexte verfasst (schwankt noch zwischen Deutsch und Englisch). Die Eltern haben sich getrennt, als er ein kleiner Junge war, Mutter Kathy hat zum zweiten Mal geheiratet. Das Verhältnis zu Stiefvater Friedhelm ist in Ordnung. Felix hat das Gefühl, von ihm „fair“ behandelt zu werden. Seine Mutter hat noch ein Mädchen zur Welt gebracht, Elisabeth (genannt „Elis“). Die Halbschwester ist jetzt acht Jahre alt. Felix’ Vater Stefan hat nach der Scheidung die Stadt verlassen. Er arbeitet in einer anderen Gegend des Landes. Er hat viel zu tun. Felix und er treffen sich selten. Eigentlich stammt Stefans Familie ja aus einem ost-/südosteuropäischen Land. Er selbst wurde zwar in Deutschland geboren, in den fünfziger Jahren, und seine Sprache hat keinerlei Akzent. Die Eltern aber waren erst kurz vor seiner Geburt nach Deutschland gekommen. Darüber hat Felix nie viel nachgedacht. Er fühlt sich hier voll und ganz zu Hause.
Die Großeltern von Felix (väterlicherseits) leben wieder in ihrer ost-/südosteuropäischen Heimat. Bald nach 1990 sind sie zurückgegangen. Als kleiner Junge hat Felix mehrmals die Ferien bei ihnen verbracht. Er mag die Großeltern gern, vor allem den Opa. Es gibt dort viele andere Verwandte, und Felix lernte auch ein paar Kinder seines Alters kennen, Jungen wie Mädchen. Er war immer gern dort.
Jetzt stehen wieder Ferien an. Felix’ Eltern wollen mit der kleinen Elis an den Strand, nach Spanien. Felix hat keine Lust darauf, zum ersten Mal. Er plant einen Urlaub auf eigene Faust. Warum nicht zu den Großeltern in dem ost-/südosteuropäischen Land? Es gibt Diskussionen in der Familie. Felix setzt sich durch. Er darf zu den Großeltern fahren. Angekommen. Im Nachbarhaus der Großeltern hört Felix jemanden Gitarre üben. Die Musik ist ihm fremd, sie gefällt ihm aber. „Das ist Kira“, sagt Großmutter. „Geh doch einfach mal rüber. Als Kinder habt ihr doch schon miteinander gespielt...“
Eine richtige, fertige Geschichte? Nein! Ein Rahmen allenfalls, ein Einstieg. Felix und seine Familie und Kira werden euch hier vom Wuppertaler Schriftsteller Michael Zeller vorgestellt. Was die beiden über alle Grenzen hinweg und trotz oder wegen aller damit verbundenen Unterschiede gemeinsam erleben, ob sich Felix traut, „einfach mal rüber“ zu gehen, wie die Sommerferien werden, ob es danach weitergeht – diese Geschichte sollt ihr selbst erzählen.
An die Beschäftigung mit epischen, auch selbst produzierten Texten werden die Schüler in allen sprachlichen Fächern mit zunehmender Komplexität bereits seit der Primarstufe herangeführt. Eine Richtlinienanbindung ist sowohl über die neuen Kernlehrpläne als auch über die bisherigen Richtlinien schulformübergreifend gegeben. So wird in der Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung neben den Kompetenzerwartungen im Bereich des „Schreibens“ beziehungsweise im Bereich des „Lesens – Umgang mit Texten“ auch der Forderung nach einer Vertiefung und Erweiterung der Methoden- und Medienkompetenz Rechnung getragen.
Deutsch, Literatur, Arbeitsgemeinschaften für kreatives Schreiben, Kunst
Einzelarbeiten, Gruppenarbeiten, Partnerarbeiten