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Lebensgeschichten aus dem Osten

Jahrgangsstufen 5 – 13 (Zielaltersgruppe: 10 – 25 Jahre)

Jedes Jahr gibt es zahlreiche Gedenktage, die an Menschen oder Ereignisse erinnern, die mit den historischen deutschen Ost- und Siedlungsgebieten im Zusammenhang stehen. Viele Persönlichkeiten, die auch in der Bundesrepublik Deutschland eine wichtige Rolle im sozialen, kirchlichen, kulturellen, wissenschaftlichen oder politischen Leben spielen oder gespielt haben, stammen von dort oder hatten dort ihre Wirkungsstätte. Einige, die 2011 einen besonderen Jahrestag begehen, wollen wir euch kurz vorstellen:

Der Historiker und Publizist Walter Laqueur wurde am 26. Mai 1921 in Breslau/Schlesien geboren. Laqueur besuchte in Breslau das Johannesgymnasium. Unterricht hatte er unter anderem auch bei Willy Cohn. Im Alter von 17 Jahren emigrierte er aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Palästina, wo er den Zweiten Weltkrieg und den Israelischen Unabhängigkeitskrieg (1948) erlebte.

Der Historiker Fritz Stern wurde am 2. Februar 1926 in Breslau/Schlesien geboren. Stern besuchte dort das Maria-Magdalenen-Gymnasium. Im September 1938 verließ die Familie Deutschland wegen ihrer jüdischen Abstammung und wanderte in die USA aus.

Der Schriftsteller Siegfried Lenz wurde am 17. März 1926 in Lyck/Ostpreußen geboren. Seit 1951 lebt er in Hamburg. Gemeinsam mit Günter Grass unterstützte er die Ostpolitik Willy Brandts. Zur Unterzeichnung des deutsch-polnischen Vertrages wurde er 1970 sogar nach Warschau eingeladen.

Der Kinderbuchautor Janosch (Horst Eckert) wurde am 11. März 1931 in Hindenburg/Oberschlesien geboren. 1961 erschien sein erstes Kinderbuch, mittlerweile sind es über 100 Bücher, die er geschrieben hat.

Der Theologe Georg Kardinal Sterzinsky wurde am 9. Februar 1936 in Warlack/Ostpreußen geboren. 1946 wurde die Familie aus Ostpreußen vertrieben. Kardinal Sterzinsky ist heute Erzbischof von Berlin.

Der Historiker Lothar Gall wurde am 3. Dezember 1936 in Lötzen/Ostpreußen geboren. 1944 floh er mit seiner Familie nach München. Der Vater war im Krieg gefallen.

Der Molekularbiologe und Nobelpreisträger Günter Blobel wurde am 21. Mai 1936 in Waltersdorf/Schlesien geboren. Im Januar 1945 flüchtete seine Familie aus Schlesien. Während der Flucht erlebte er die Zerstörung der Stadt Dresden vom 13. –15. Februar 1945.

Der Fußballtrainer Udo Lattek wurde am 16. Januar 1935 in Bosemb im Landkreis Sensburg/Ostpreußen geboren. Er gewann alle drei Europapokale und ist einer der erfolgreichsten Trainer Deutschlands. Außerdem engagiert er sich für das „Zentrum gegen Vertreibungen“.

Eure Aufgaben

Jahrgangstufen 5 – 9 (Zielaltersgruppe 10 – 15 Jahre)

  1. Stellt auf einer Karte fest, wo die Geburtsorte der ge¬nannten Persönlichkeiten liegen. Zeichnet die Orte in eine selbstgefertigte Karte ein.
  2. Wählt zwei der Personen aus und schreibt über beide einen kurzen Lebenslauf. Versucht, möglichst viel über die Personen herauszubekommen. Ihr könnt eure Arbeitsergebnisse auch in Form einer Collage präsentieren. Beschäftigt euch dabei auch mit dem Geburtsort. Vielleicht findet ihr Bilder der Orte aus der Zeit, als die Personen geboren wurden.

Jahrgangstufen 10 – 13 (Zielaltersgruppe 15 – 25 Jahre)

  1. Erstellt für zwei Personen eurer Wahl Lebensläufe und vergleicht diese miteinander. Was geschah mit den Menschen, als sie ihre Heimat verlassen mussten? Versucht festzustellen, wie die Menschen in ihrem künstlerischen, wissenschaftlichen oder insgesamt beruflichen Umfeld ihr Erlebnis des Heimatverlusts verarbeitet oder bewältigt haben. Was resultierte daraus ganz konkret für die Lebensgeschichte? Welche unterschiedlichen Strategien der Bewältigung des Heimatverlustes haben die unterschiedlichen Personen entwickelt?
  2. Stellt eure Arbeitsergebnisse in einem Aufsatz oder in einer Reportage dar. Vielleicht habt ihr sogar die Möglichkeit, zu einer oder beiden Personen, die ihr ausgewählt habt, Kontakt aufzunehmen und könnt ein Interview führen.

Ergänzende Hinweise

Das Projekt kann und soll wie in den Richtlinien und Lehrplänen der Sekundarstufen I und II vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen gefordert, sowohl fächerverbindendes als auch fächerübergreifendes Arbeiten fördern.

Fachbereiche

Erdkunde/Geografie, Geschichte, Sozialwissenschaften, Deutsch, Politik, Literatur

Arbeitsformen

Einzelarbeiten, Gruppenarbeiten, Partnerarbeiten, Facharbeiten, Hausarbeiten

 

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