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Liebe Schülerinnen und Schüler,
sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer,

„Seit 65 Jahren wertvoll“ – so lautet das Motto des diesjährigen NRW-Schülerwettbewerbs
„Begegnung mit Osteuropa".

Mit seinen 65 Jahren blickt der Schülerwettbewerb auf eine lange und erfolgreiche Tradition zurück. Generationen von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrende aus Ost und West haben einander kennengelernt und den europäischen Gedanken mit Leben gefüllt. Diese Begegnungen mit Osteuropa sind heute so aktuell wie beim Start des Wettbewerbs. Denn es geht immer um das Europa, in dem wir gerade leben.

Mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft, einer Ostpolitik, die Verbindendes statt Spaltendes gesucht hat, und dem Fall des Eisernen Vorhangs haben sich für Europa ganz neue Perspektiven aufgetan. Die Sehnsucht nach nachhaltigem Frieden, Freiheit und Begegnung wurde gestärkt.

Betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahre, dann könnte der Eindruck entstehen, dass viele Menschen diese europäische Vision aus den Augen verloren haben, dass man gelegentlich sogar bereit zu sein scheint, die Europäische Gemeinschaft und die gesamte europäische Verständigung in Frage zu stellen. Wie gefestigt ist Europa heute? Wie gefährdet sind Frieden und Freiheit?

Angesichts einer Welt globaler Zusammenhänge braucht es das Zusammenwirken möglichst vieler Menschen, um gemeinsam Lösungen für die dringenden Aufgaben zu finden, die uns jetzt und zukünftig beschäftigen. Seit 65 Jahren möchte der Schülerwettbewerb „Begegnung mit Osteuropa“ junge Menschen dafür gewinnen, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Der Wettbewerb folgt dabei dem Grundsatz, dass Zukunft nur möglich ist, wenn Herkunft nicht vergessen wird – ganz im Sinne des Konzepts „Erinnern für die Zukunft“, mit dem die Landesregierung Nordrhein-Westfalen Impulse für Schulen und Zivilgesellschaft geben und sie bei ihrer Arbeit begleiten möchte.

Die Möglichkeiten, etwas übereinander zu lernen, waren noch nie so groß: schulische Austauschprogramme, Auslandsschuljahre, Auslandspraktika oder Freiwillige Soziale Jahre ebnen Wege von West nach Ost oder von Ost nach West. Dies trägt dazu bei, dass wir einander immer besser verstehen lernen, dass wir Unterschiede wahrnehmen, vor allem aber Gemeinsames entdecken und als identitätsstiftend begreifen können. Der aufgeklärte Mensch als selbstständig Denkender und Handelnder – gerade dieses Bild vom Menschen hat Europa hervorgebracht. Es sollte uns wertvoll genug sein, es kompromisslos gegen alle Anfeindungen zu schützen. Oscar Wilde hat einmal gesagt: „Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“ Genau darum geht es: Europa mit seinen philosophisch-geistesgeschichtlichen Wurzeln, aber auch mit seiner nach dem Tiefpunkt des Zweiten Weltkriegs bewiesenen Lernfähigkeit, dieses Europa verdient gerade das Attribut „außergewöhnlich“ in der Welt. Das ist offenbar im Moment etwas aus dem Blick geraten. Umso entscheidender ist es, dass ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, als die Generation, die die Welt von morgen gestalten wird, die Sache mit in die Hand nehmt!

Neue reale und auch virtuelle Wege der Begegnung bieten die einmalige Chance, uns auszutauschen, voneinander zu lernen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Freundschaften zu schließen; denn nur unter Freunden kann man gemeinsam Zukunft gestalten, eine Zukunft, die friedlich, weltoffen, tolerant, freiheitsliebend, solidarisch und demokratisch ist. Klingt vernünftig? Ist es auch! Es geht um die Erkenntnis, dass uns gerade die europäische Idee die Kraft, vielleicht auch den Mut verleiht, eine Welt gestalterisch weiterzuentwickeln, die aus den Fugen geraten scheint.

Möge der Schülerwettbewerb wertvolle Anregung und Stärkung sein und bleiben. Ihr könnt euch auf der Grundlage seiner historischen und kulturellen Wurzeln für unser Europa interessieren, begeistern und einsetzen!

Wir wünschen Euch, liebe Schülerinnen und Schüler, viel Freude, phantasievolle Ideen, reichlich Kreativität und natürlich Erfolg. Ihnen, liebe Lehrerinnen und Lehrer, danken wir herzlich für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung der Schülerinnen und Schüler bei der Erstellung ihrer Wettbewerbsbeiträge.

Wir freuen uns auf viele spannende und geistreiche Beiträge!

Isabell Pfeiffer-Poensgen

Yvonne Gebauer

Isabell Pfeiffer-Pönsgen

Ministerin für Kultur und Wissenschaft
des Landes Nordrhein-Westfalen

Yvonne Gebauer

Ministerin für Schule und Bildung
des Landes Nordrhein-Westfalen

 

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