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Liebe Schülerinnen und Schüler,
sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer,

„Europa – Zukunft braucht Geschichte“ – das ist das Motto des diesjährigen NRW-Schülerwettbewerbs „Begegnung mit Osteuropa“.

Die Grundidee dieses Mottos ist nicht neu. Schon Wilhelm von Humboldt hat sie auf den Punkt gebracht: „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft.“ Genau genommen könnte dieser Satz als Überschrift über der mittlerweile 66-jährigen Geschichte dieses Wettbewerbs stehen. Dieser ist nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden – motiviert durch die Neuordnung Europas und die damit verbundenen massenhaften und doch je individuellen Erfahrungen von Flucht und Vertreibung.

Mit dem Wettbewerb wollen wir Verstehen und Verständnis für Vergangenes entwickeln, für die europäischen Werte sensibilisieren und Verantwortung fördern für das, was ist und kommt.

Europa auf dem Weg von der Gemeinschaft zur Union, die schwierige, aber kontinuierliche Annäherung von Ost und West, der Fall der Mauer vor 30 Jahren und das Zusammenwachsen Europas: Wer diese Entwicklung betrachtet, kommt zu dem Schluss, dass es den Menschen gelungen ist, mit der Geschichte im Blick eine Ordnung zu schaffen, die nach so viel unnötigem Leid auf allen Seiten den Frieden für den größten Teil Europas sichert.

In einer Zeit indes, in der die Zeitzeugen des dramatischen Einschnitts vor genau 80 Jahren weniger werden, scheint die diesem Frieden zugrunde liegende europäische Vision bei vielen Menschen in Europa zu verblassen, während andere sie neu beleben möchten. Gemeinsam ist allen Menschen dabei, dass sie sich Sorgen machen, weil angesichts globaler Entwicklungen lange gültige Gewissheiten in Frage stehen und Veränderungen spürbar werden. Dabei wächst die Gefahr, dass neue Mauern in den Köpfen entstehen – und sie entstehen leichter, wenn man geschichtliche Zusammenhänge aus den Augen verliert. Deshalb ist es besonders bedeutsam, die Erinnerung an Flucht und Vertreibung als Folge des Zweiten Weltkrieges wachzuhalten.

Die Zukunft Europas liegt in den Händen der jungen Menschen. Wir möchten erreichen, dass junge Menschen gemeinsame europäische Wurzeln entdecken.

Die Möglichkeiten, etwas übereinander zu lernen, waren noch nie so groß. Länderübergreifende Schulpartnerschaften ebnen Wege von West nach Ost oder von Ost nach West. Sie helfen, dass wir einander immer besser verstehen lernen, dass wir neugierig aufeinander werden und es auch bleiben.

Reale und virtuelle Wege der Begegnung öffnen die Chance, uns auszutauschen, voneinander zu lernen und Freundschaften zu schließen, denn nur unter Freunden kann man gemeinsam Zukunft gestalten, eine Zukunft, die friedlich, weltoffen, tolerant, freiheitsliebend, solidarisch, demokratisch und damit jung und modern ist.

In diesem Sinne bietet der Schülerwettbewerb 2019 Euch Möglichkeiten, auf Spurensuche in die Vergangenheit zu gehen, Geschichte und kulturelle Besonderheiten kennen zu lernen und daraus Toleranz und Respekt, Achtsamkeit und Mut zur Mit- und Weitergestaltung zu entwickeln.

„Europa – Zukunft braucht Geschichte!“ Wir wünschen Euch, liebe Schülerinnen und Schüler, viel Freude, Phantasie, kreative Ideen und natürlich Erfolg gemäß dem Motto „Wettbewerbe beflügeln“. Ihnen, liebe Lehrerinnen und Lehrer, danken wir herzlich für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung der Schülerinnen und Schüler bei der Wettbewerbsarbeit.

Wir freuen uns auf viele spannende Wettbewerbsbeiträge.

Isabell Pfeiffer-Poensgen

Ministerin Gebauer

Isabell Pfeiffer-Pönsgen

Ministerin für Kultur und Wissenschaft
des Landes Nordrhein-Westfalen

Yvonne Gebauer

Ministerin für Schule und Bildung
des Landes Nordrhein-Westfalen

 

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