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65 Jahre NRW - Schülerwettbewerb "Begegnung mit Osteuropa" : lebendig - wandlungsfähig - vielseitig und kein bisschen verstaubt!

3,1 Millionen Teilnehmer in 65 Jahren!
Wir sagen danke!

Man schrieb das Jahr 1953. Die Mitglieder der DJO (Deutsche Jugend in Europa) Jugendgruppe Kant in Kamen hatten anlässlich einer Gesprächsrunde bei ihren Mitschülern im Gymnasium ein erhebliches Wissensdefizit beim Thema „Ostdeutschland“ festgestellt. Sie entwickelten mit ihrem Gruppenleiter, Hans Linke, die Projektidee eines Schülerwettbewerbs, zunächst in Form von Aufsätzen. Im Laufe der Jahre kamen dann „Bildnerische Arbeiten“ und Preisausschreiben dazu. Mit Unterstützung der Lehrer und Zustimmung der unteren Schulaufsichtsbehörde wurde diese Projektidee 1954 verwirklicht. 450 Schüler aus vier Kamener Schulen beteiligten sich.

Kaum zu glauben – die Idee verbreitete sich fast explo­sionsartig. 1963 zählten die Jugendlichen 516 Schulen mit 38.000 Teilnehmern. Den Höhepunkt erreichte der Wettbewerb1981/82 mit 140.000 Einsendungen.

Eine andere bedeutungsvolle Weiterentwicklung erfolgte 1995 durch die Einbeziehung osteuropäischer Partnerschulen. Alle anfallenden Arbeiten wie z. B. Versand der Ausschreibung, Registrierung, Bewertung, Preisvergabe usw. wurden zunächst von der Gruppe, von engagierten Lehrern und ehrenamtlichen Helfern bewältigt – eine wahre Herkulesaufgabe!

1962 wurden die Preise für die Sieger erstmalig vom MAGS (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales) zur Verfügung gestellt, und der damalige Arbeits- und Sozialminister Konrad Grundmann übernahm die Preisverleihung. Er bewirkte ein Jahr später die institutionelle Förderung durch das MAGS und veranlasste, dass die Ausschreibung an alle Schulen in NRW verschickt wurde. 1965 wurde das Land NRW Träger des Wettbewerbs und übernahm damit die Federführung. Die Verantwortung für die Organisation und die finanzielle Ausstattung lag beim MAGS, die inhaltliche Gestaltung der Ausschreibung beim Kultusministerium.

1966 wurde im Durchgangslager Unna-Massen im „Haus für Alle“ die „Arbeitsstelle Schülerwettbewerb“ eingerichtet als zentrale Anlaufstelle mit einer hauptamtlich arbeitenden Halbtagskraft. Die Zeit der ehrenamtlichen Organisation des Wettbewerbs ging damit zu Ende. Heute liegt die gesamte Organisation in den Händen der Bezirksregierung Münster.

In den 60 Jahren seines Bestehens haben sich nicht nur die finanzielle Ausstattung, die Verantwortlichkeiten und die Organisationsstrukturen des Wettbewerbs verändert. Bedingt durch die politische Entwicklung in Deutschland (Teilung Deutschlands, Eiserner Vorhang, Ostverträge, Wiedervereinigung, Öffnung nach Osteuropa usw.) wurden bei der Aufgabenstellung und Themengestaltung ständig neue Schwerpunkte gesetzt. Das spiegelt sich zum Beispiel auch in der viermaligen Namensänderung wider: Ostdeutscher Schülerwettbewerb, Mittel- und Ostdeutscher Schülerwettbewerb, Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn, Wir Deutschen und unsere östlichen Nachbarn, Begegnung mit Osteuropa!

Nicht nur die Inhalte, sondern auch die Art der Auf­gabenstellung, die Auswahl der Fachbereiche und die Form der Erarbeitung und Präsentation erfuhren eine Veränderung und zwar einmal durch die Anbindung an die allgemein verbindlichen Richtlinien der einzelnen Fächer in den jeweiligen Schulformen und zum anderen durch die Einführung des „Methodisch-didaktischen Rahmenkonzepts“ im Jahre 1986. Seither galten neue Grundsätze für die Bearbeitung der Themen: das forschend entdeckende Lernen und die selbständige Projektarbeit.

Die Ausschreibungsbroschüre wurde ebenfalls neu gestaltet. Durch ihre professionelle, moderne Aufmachung spricht sie die Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise an.

Auch wenn sich Arbeitsformen, inhaltliche Schwerpunkte und die äußere Form im Laufe der Jahre verändert haben, die Zielsetzung blieb erhalten:

Der Wettbewerb will einen Beitrag leisten zur Integration der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in der Bundesrepublik sowie zum Frieden, zur Verständigung und Versöhnung mit unseren Nachbarn im östlichen Europa.

Auf diese Weise kann dieser Wettbewerb auch in der Zukunft eine wichtige Rolle für die Begegnung der Menschen spielen – in NRW und in Europa.

 

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